Kräuterführung online

Liebe KräuterFreundinnen und KräuterFreunde,

aus aktuellem Anlass biete ich hier online Kräuterführungen an.

Da zur Zeit keine Treffen in der Natur möglich sind, möchte ich Euch/ Sie auf diesem Wege mit heimischen Wildkräutern vertrauter machen.

 

Ein Vorteil unsere ländlichen Raumes ist die Natur in unmittelbarer Nähe, meist direkt vor unseren Haustüren.
Die meisten von uns haben zudem einen Garten, eine Wiese und Blumenrabatten.

 

Warten sie noch ein bisschen mit UN-Kraut jäten im Garten. Viele dieser sogenannten Unkräuter sind essbare Wildkräuter und Heilpflanzen.

Schauen sie sich in ihrem Garten und auf ihre Wiese um, sie finden Gartenschaumkraut, Löwenzahn, Spitzwegerich, Sauerampfer, Schafgarbe und Gundermann und schon haben sie einen Salat zusammen, ohne einen Supermarkt aufsuchen zu müssen.

Ganz humorig, sind einige von uns zur Zeit sogar mit der Stirnlampe im Garten unterwegs. Sehr gut, auch wenn alle Läden geschlossen haben, dieser Markt hat immer geöffnet.

 

Ich stelle hier laufend Pflanzenportaits ein.

Schauen sie rein und legen sie los!

Wichtig: Es gilt jedoch wie bei jedem Salat oder Gemüse, verlesen und waschen sie ihre Ernte bevor sie auf den Tisch kommt.

Bei Unsicherheit, ob es die richtige Pflanze ist, die sie da vor sich haben, machen sie sich erst sicher. Die Verantwortung liegt bei ihnen.

 

Viel Spaß in der Natur und mit den Kräutern!

 

Ihre Monika Wurft

 

Über Rückmeldung würde ich mich freuen! Mein Plan ist, die Texte kurz zu halten wenn sich Rückfragen ergeben, dann sendet eine Mail an mich.

Ich bin daheim :)

 

24.03.2020 Beginnen möchte ich heute mit dem Gartenschaumkraut (Cardamine hirsuta).
Bestimmt sind Ihnen die kleinen Rosetten aufgefallen, die sich beinahe in jedem Garten breit machen.
Gartenschaumkräuter sind Frühlingskräuter nach dem Motto „Ernten ohne zu säen“.  

Zur Ernte schneidet man einfach die ganzen Rosetten mit einem Messer ab, wie beim Ackersalat. Es eignet sich ideal zum frischen Verzehr in einen Salat, aufs Butterbrot, im Kräuterquark, im Kartoffelsalat...Seien sie kreativ! 

 

Gartenschaumkraut, auch als Behaartes Schaumkraut bekannt, gehört zur Familie der  Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist verwandt mit Brunnenkresse und Wiesen-Schaumkraut.

Die Rosetten erinnern vom Aussehen her an Brunnenkresse in Kleinformat. Jedes seiner gefiederten Blätter setzt sich aus sechs bis acht Einzelblättchen zusammen und schließt am Ende mit einem größeren Blatt ab.
Aus der Mitte der Rosette sprießt ein kleiner Blütenstängel, mit zahlreichen weißen Blüten. Sein Trick sich neue Standort zu erschließen sind die kleinen Schoten, die die reifen Samen von sich schleudern, sobald man sie berührt.

 

Gartenschaumkraut wird schnell zum „Lieblings-Unkraut“, da es aufgrund seiner Senföle lecker nach Kresse schmeckt.
Kombiniert mit Bitterstoffen, Mineralstoffen und viel Vitamin C ist das Gartenschaumkraut eine schmackhafte und gesunde Bereicherung der Kräuterküche.

 

In der Volksheilkunde wird es zur Anregung der Verdauung, bei rheumatischen Beschwerden und zur Stimulierung des Immunsystems eingesetzt.


Es trifft zu, was der griechische Arzt Hippokrates, schon 400 v. Chr. in seinem berühmten Zitat wunderbar ausdrückt:

„Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel, und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“

Rosette Gartenschaumkraut                                                       Blütenstand mit Schoten Gartenschaumkraut

Liebe KräuterFreundinnen und KräuterFreunde,

eure Resonanz hat mich überwältigt! Ihr seid einfach klasse! Macht weiter so und herzlichen Dank!

 

Schaut euch rund ums Gartenschaumkraut um und ihr findet gleich den nächsten Kanditaten für euren Salat!

25.03.2020 Heute geht es mit einem Plädoyer für den Löwenzahn in die zweite Runde.

 

Da haben wir den (Löwenzahn) Salat und er wächst auch noch überall.
Seine zarten Rosetten mit den gezackten Blättern sind bestens bekannt und sie werden ihn im Garten und auf der Wiese üppig finden.

So jung und zart wie zurzeit schmecken die Blättchen besonders lecker und können als reiner Löwenzahnsalat, als Zugabe zu Blattsalaten, im Kartoffelsalat oder im Kräuterquark verwendet werden.
Doch das ist längst nicht alles. Am Löwenzahn ist alles essbar. Seine knackigen Knospen lassen sich in Öl gebraten als Wildgemüse zubereiten und seine gelben Blüten sind demnächst als essbare Dekoration, in Kräuterbutter oder über Salate gestreut eine Augenweide. Selbst seine kräftigen Pfahlwurzeln können sie als Gemüse zubereiten, oder sie setzen einen Magenbitter damit an.

Geröstete und gemahlene Löwenzahnwurzeln ergeben zudem einen bekömmlichen Kaffeeersatz.

Löwenzahn hat´s zudem in sich. Botanisch heißt er Taraxacum officinale, „bitteres Kraut“ und ist eine alte, geschätzte Heilpflanze.
Auch als Kuhblume, Bitterblume, Bettseicher oder Butterblume bekannt, liegt seine Hauptwirkung im Magen- Darmbereich. Seine Bitterstoffe kombiniert mit Gerbstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen regen die Verdauung, die Nierentätigkeit und die Produktion von Gallensaft an. So kommt die Heilpflanze in der Volksheilkunde unter anderem bei Verstopfung, Völlegefühl und Blähungen, bei Appetitlosigkeit und bei Harnwegsinfekten in Form von Tee, Tinktur und frischem Presssaft zum Einsatz.
Übrigens Bitterstoffpflanzen wie der Löwenzahn unterstützen die Blutbildung, stimulieren das Immunsystem und tonisieren Körper und Seele.


Wohl dem der Löwenzahn zur Blüte kommen lässt, Kinder können damit Trompeten und Wasserleitungen basteln oder begeistert zusehen wenn die Pusteblume jedes Samenkorn an einem Fallschirmchen davonsegeln lässt.

 

Das dauert noch eine ganze Weile, jetzt kommt erst der Löwenzahnsalat dran und der schmeckt lecker!
Dazu 3 Handvoll gewaschenen und trocken geschleuderten Löwenzahnblätter mit 1 gewürfelten Zwiebel vermischen. 

4 EL Öl, 2 EL Essig, 1 EL Senf, etwas Creme fraîche oder Sahne, Salz und Pfeffer miteinander vermischen und eine mittelgroße gekochte Kartoffel mit einer Gabel zerdrücken und unterrühren. Diese sämige Salatsoße unter den Löwenzahn heben.
Tipp: Je nach Geschmack kann 1 in Würfel geschnittene hartes Ei oder/und etwas ausgelassener Speck untergehoben werden. Gartenschaumkraut schmeckt ebenfalls gut dazu.

Viel Freude mit dem Löwenzahn und guten Appetit! 

 

Liebe KräuterFreundinnen und KräuterFreunde

27.03.2020 Die Kräuterführung wird heute etwas sch(m)erzhaft :)

Schauen sie mal unter ihren Hecken, neben dem Kompost, an „wilden“ Stellen in ihrem Garten und schon können sie ihr eigenes Süppchen kochen!

Handschuhe nicht vergessen....

Viel Spaß dabei!

 

Denn heute geht es um die Brennnessel, deren zarte Triebspitzen sich zur Ernte anpreisen!


Da sie brennt, entwickelt sich die Liebe zu ihr erst auf den zweiten Blick.

 

Mein Tipp: Brennnesseln ernten sie am besten mit einem dicken Wollhandschuh und einer Schere.

Zum Waschen können sie einen Schaumlöffel verwenden und schon steht einer kulinarischen Karriere der Brennnessel in ihrer Küche nichts mehr im Wege.

Brennnessel lassen sich wunderbar zu Brennnesselspinat, Suppen, Pfannkuchen, Omelettes oder auf einer Wildkräuter-Pizza verwenden.


Echt lecker und total gesund! Brennnesseln sind wahre Vitaminbomben.
Sie enthalten 10-mal so viel Vitamin C wie Kopfsalat, zahlreiche Mineralstoffe, Spurenelemente, Flavonoide und Kieselsäure. Selbst roh können sie sie essen, allerdings sollten sie davor die Brennhaare, durch etwas Druck, z.B. mit einem Nudelholz „entschärfen". 

Bevor sie das tun, schauen sie sich der Brennnessel bitte näher an. Im Moment noch klein und zart, entwickeln sie im Laufe des Frühlings markante kantige Stängel mit spitzen, grob gezähnten Blättern.
Ihre Brenntechnik setzt sie erfolgreich als Fraßschutz ein. Verantwortlich sind die langen spitzen Brennhaare an Stängeln und Blättern. Diese sind hart und spröde wie Glas und brechen bei Kontakt ab. Es entsteht eine scharfe Bruchstelle, die dann die Haut anritzt. Das darin enthaltene „Nesselgift“, eine Mischung aus Histamin und Ameisensäure führt zu den juckenden und brennenden Quaddeln.

 

Gut zu wissen, auch bei der Brennnessel haben wir es mit einer alten Heilpflanze zu tun, die durch ihre Inhaltstoffe den gesamten Stoffwechsel anregt und das Immunsystem stärkt. Sie wirkt entzündungshemmend, harntreibend, adstringierend und schmerzlindernd und wird bei rheumatischen Beschwerden, Arthrose, Hauterkrankungen und Harnwegsinfekten eingesetzt. In der Volksheilkunde kommt sie als Tee, Tinktur oder Frischpflanzenpresssaft zum Einsatz.

 

Auf geht’s zur Brennnesselsuppe

Dazu einfach 1 Zwiebel, 2 Karotten, 1 Kartoffel waschen, putzen, klein schneiden und in etwas Öl andünsten.
Diese dann mit ca. 3/4l Gemüsebrühe ablöschen und weichkochen.
200 g Brennnesselblätter, ebenfalls waschen, kleinschneiden und zur Suppe geben.
Alles zusammen kurz aufkochen lassen und dann mit dem Pürierstab mixen.
Nach ihrer persönlichen Vorliebe mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Sahne abschmecken. (Leicht scharf mit etwas Chili schmeckt sie auch gut)

 

Mit Gänseblümchen dekoriert wird eine Augenweide daraus.

 

Viel Freude mit den Brennnesseln und guten Appetit!